„Überschätzt wird AI, sobald sie nur als Etikett auf bestehende Software geklebt wird.“
1. Stellen Sie sich vor, Ihr Unternehmen gäbe es morgen nicht mehr. Wofür würden Sie stattdessen morgens aufstehen?
Wahrscheinlich wieder für ein Problem, bei dem andere sagen: „Das haben wir immer schon so gemacht.“ Ich mag es, Dinge aufzubauen, Menschen zusammenzubringen und aus einer guten Idee etwas zu machen, das wirklich genutzt wird.
2. Was war die beste berufliche Entscheidung Ihres Lebens – und welche würden Sie heute nicht mehr treffen?
Die beste war, Menschen öfter nach Potenzial als nach Lebenslauf zu beurteilen. Einige meiner besten Entscheidungen sahen auf Papier zunächst nicht logisch aus.
Nicht mehr treffen würde ich Entscheidungen nur deshalb, weil sie der vermeintlich nächste logische Karriereschritt sind.
3. Welche Eigenschaft macht Sie manchmal erfolgreich, bringt Ihre Kolleginnen und Kollegen aber gelegentlich zur Verzweiflung?
Ungeduld. Wenn ich Potenzial sehe, möchte ich meistens gestern anfangen. Das sorgt für Geschwindigkeit – und gelegentlich vermutlich für erhöhten Puls im Team.
4. Welche Innovation in der Immobilienbranche wird völlig überschätzt – und welche völlig unterschätzt?
Überschätzt wird AI, sobald sie nur als Etikett auf bestehende Software geklebt wird.
Unterschätzt wird, was passiert, wenn Systeme wirklich miteinander kommunizieren und AI ganze Prozessschritte übernimmt, ohne dass ein Mensch ständig dazwischen muss.
5. Welchen Mythos über PropTech würden Sie am liebsten endgültig begraben?
Dass Hausverwaltungen grundsätzlich nicht innovativ sein wollen. Die meisten wollen sehr wohl Veränderung – aber keine zusätzliche Software, die ihnen noch mehr Arbeit macht.
6. Welche App oder welches digitale Tool nutzen Sie täglich – außer den eigenen Produkten?
ChatGPT und Claude. Wahrscheinlich inzwischen häufiger als manche Office-Anwendung. Entscheidend ist für mich aber nicht das Tool, sondern wie gut man gelernt hat, damit zu arbeiten.
7. Wann haben Sie zuletzt Ihre Meinung in einer wichtigen beruflichen Frage komplett geändert?
Beim Thema AI. Ich dachte lange, die spannendste AI wäre diejenige, die möglichst viel kann. Heute glaube ich: Die beste AI ist die, die im Hintergrund verschwindet und dafür sorgt, dass Menschen bestimmte Arbeit einfach nicht mehr machen müssen.
8. Wenn Sie einen Tag lang Immobilienminister wären: Welche eine Entscheidung würden Sie sofort treffen?
Ich würde alles daransetzen, Verwaltungs- und Genehmigungsprozesse radikal zu vereinfachen und zu digitalisieren. Eine Branche kann nicht schneller bauen und verwalten, wenn sie gleichzeitig an Papier, Insellösungen und unnötiger Bürokratie festhängt.
9. Welche drei Begriffe beschreiben Sie am besten?
Neugierig. Energiegeladen. Ungeduldig.
10. Was wissen Ihre Geschäftspartner wahrscheinlich nicht über Sie?
Dass ich trotz aller Sales-, Growth- und AI-Themen sehr viel stärker über Menschen als über Zahlen nachdenke. Am Ende bleiben mir von meinen beruflichen Stationen meistens nicht die KPIs im Kopf, sondern die Menschen und Geschichten dahinter.
11. Welche Person würden Sie selbst gerne einmal auf diesen Fragebogen antworten sehen?
Einen Hausverwalter oder eine Hausverwalterin, der oder die seit 30 Jahren im Beruf ist. Ich glaube, deren Antworten zur Digitalisierung wären spannender als die von vielen Tech-CEOs.
12. Der Satz gehört Ihnen: „Die Immobilienbranche wäre besser, wenn ...“
… wir weniger darüber reden würden, wie innovativ wir sind, und mehr Dinge bauen würden, die Menschen montagmorgens tatsächlich Arbeit abnehmen.