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Ivalu Spotlight: Im Interview: Andreas Hawlik (Architekt bei HAWLIK GERGINSKI ARCHITEKTEN ZT GmbH)

Was bringen digitale Lösungen? Wir haben österreichische Expert:innen zu diesem Thema – und wie man es besser macht – befragt.
Ivalu Spotlight: Im Interview: Andreas Hawlik (Architekt bei HAWLIK GERGINSKI ARCHITEKTEN ZT GmbH)
© Ivalu

In welchen Bereichen kommt Künstliche Intelligenz in Ihrem Unternehmen oder bei Ihnen persönlich zum Einsatz?

In vielen Bereichen des täglichen Lebens ist uns gar nicht mehr bewusst, dass wir auf selbstlernende Systeme zurückgreifen. Aktiv verwenden wir Bildbearbeitungsprogramme (Text to Image, Image to Image),  Übersetzungshilfen und chatGPT als Enzyklopädie mit Überprüfungsbedarf.

Wo sehen Sie die größten Chancen beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Immobilien- und Baubranche?

Die Einsatzgebiete sind ein weites Feld. In der Planung kann die KI mittlerweile beim Generieren von Grundrissen helfen, die Masskontrolle auf Baustellen mittels robotergestütztem Laserscan und Vergleich mit dem BIM-Modell ist schon fast Realität. Überall wo serielle Prozesse mit großen Datenmengen automatisiert werden können, ist KI am stärksten.

Eine Einreichplanung zu erstellen, wird noch eine Weile Zukunftsmusik bleiben - nämlich so lange bis die Bauordnung so vereinfacht wird, dass logische Schlüsse in Algorithmen programmiert werden können.

Welche Bereiche werden sich durch den Einsatz künstlicher Intelligenz am stärksten verändern?

Alle jene, in denen künstliche Kompetenz ausreichend ist. Also das rasche automatisierte Verarbeiten von klaren Regeln und vielen Daten. Im Bereich der Mess-, Steuer und Regeltechnik kann die KK (künstl. Kompetenz) schon heute optimieren und viel Energie = Geld sparen. Die Ausführungsplanung kombiniert mit einem Tragwerksmodell samt Erstellung von Schalungs-und Bewehrungsplänen könnte bald Realität sein. Die Verknüpfung mit einem in der Folge automatisierten Produktionsprozess ist naheliegend.

Kreative Prozesse entstehen durch unkonventionelle Denkweisen, manchmal auch zufällig wie die Evolution. In der Entwurfs-Planung wird es noch etwas dauern, bis die Maschinen selbstständig die passende Vision für eine Planungsaufgabe erstellen können. Wird es in Zukunft Wettbewerbe für KI-Entwürfe geben? Werden KI-Juroren diese beurteilen? Dann müssten zumindest nicht mehr Heerscharen von ausgebildeten Fachleuten unentgeltlich frustrierten Aufwand produzieren.

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