1. Stellen Sie sich vor, Ihr Unternehmen gäbe es morgen nicht mehr. Wofür würden Sie stattdessen morgens aufstehen?
Zuerst würde ich mir ein paar Tage, eher ein paar Wochen Auszeit nehmen: mehr Zeit mit der Familie, mehr Tennis, mehr Musik. Und dann? Dann würde ich wieder etwas Neues gründen. Ziemlich sicher etwas, das Technik auf ihren Platz stellt – dienend, nicht bestimmend – mit dem sinnvollen Einsatz von KI im Zentrum, weil dort gerade am meisten Bewegung ist.
2. Was war die beste berufliche Entscheidung Ihres Lebens – und welche würden Sie heute nicht mehr treffen?
Die beste: konsequent auf Herstellerneutralität zu setzen, als in der Branche noch alle auf geschlossene Premium-Systeme geschworen haben. Das war jahrelang der unbequemere Weg und ist heute unser stärkstes Argument. Nicht mehr treffen würde ich die Entscheidung, mich zu lange einem Projekt zu widmen, das vielleicht irgendwann kommt oder bei dem man vielleicht als ausführende Firma zum Zug kommen könnte. Dieses „könnte mal“ kostet Energie, die woanders besser aufgehoben ist.
3. Welche Eigenschaft macht Sie manchmal erfolgreich, bringt Ihre Kolleginnen und Kollegen aber gelegentlich zur Verzweiflung?
Meine Genauigkeit. Ich schaue sehr genau hin und suche den Fehler zuerst bei mir selbst, bevor ich ihn woanders vermute. Das macht unsere Arbeit verlässlich – kann aber anstrengend sein, wenn ich auch beim fünften Detail noch nicht lockerlasse.
4. Welche Innovation in der Immobilienbranche wird völlig überschätzt – und welche völlig unterschätzt?
Überschätzt: der Sprachassistent als Smart-Home-Zukunft. „Alexa, mach Licht“ ist ein netter Party-Trick, aber kein System, auf das man ein Gebäude baut. Unterschätzt: die unspektakuläre Interoperabilität – offene Standards und local-first-Infrastruktur. Das Verwunderliche ist: Technisch ginge längst viel mehr, als tatsächlich angenommen wird. Die Möglichkeiten liegen auf dem Tisch, nur greift kaum jemand zu.
5. Welchen Mythos über PropTech würden Sie am liebsten endgültig begraben?
Dass Smart Home Spielerei für Technikfreaks ist. Es geht nicht um Gadgets, sondern um Betriebssicherheit, Werterhalt und Datenhoheit – für die Bewohner genauso wie für die Verwaltung. Spätestens wenn Beschattung, Heizen und Kühlen zusammenkommen, sollte klar sein, dass diese Systeme sinnvoll miteinander vernetzt arbeiten müssen, statt jedes für sich. Das gilt genauso für den Energiefluss im Eigenheim: Erst im sinnvollen Zusammenspiel von PV-Anlage, Speicher und Spotpreis wird Strom dann genutzt oder gespeichert, wenn es sich wirklich rechnet. Und nein: mehr Features bedeuten nicht automatisch besseres Wohnen.
6. Welche App oder welches digitale Tool nutzen Sie täglich – außer den eigenen Produkten?
Beruflich wie privat ein bunter Mix: Claude und ChatGPT als tägliche Sparringspartner fürs Denken und Formulieren, dazu Home Assistant, 1Home und Unifi – weil ich Dinge lieber selbst ausprobiere, bevor ich sie jemandem empfehle.
8. Wenn Sie einen Tag lang Immobilienminister oder Immobilienministerin wären: Welche eine Entscheidung würden Sie sofort treffen?
Ich würde dem Stillstand im Wohnungsneubau entgegenwirken und wieder Schwung reinbringen: Anreize setzen, damit überhaupt wieder gebaut wird. Ohne Neubau fehlt der ganzen Branche die Grundlage – und den Menschen der leistbare Wohnraum.
9. Welche drei Begriffe beschreiben Sie am besten?
Herstellerneutral, pragmatisch, hartnäckig.
10. Was wissen Ihre Geschäftspartner wahrscheinlich nicht über Sie?
Die wenigsten wissen, dass ich seit über 25 Jahren als DJ auflege.
12. Der Satz gehört Ihnen: „Die Immobilienbranche wäre besser, wenn …“
… den Gewerken und der gesamten Wertschöpfungskette der Branche endlich genügend Aufmerksamkeit und Unterstützung geboten würde.
Entweder / Oder
Neubau ☑ Altbau ☐
Excel ☐ KI ☑
Wachstum ☑ Gewinn ☐
Büro ☐ Coworking ☑
Risiko ☐ Sicherheit ☑
Start-up ☑ Konzern ☐
Mieten ☐ Kaufen ☑
Wien ☑ Berlin ☐
Zoom ☑ persönliches Treffen ☐
Perfektion ☐ Geschwindigkeit ☑