Stellen wir uns zwei Unternehmen vor. Beide verwalten tausende Einheiten, beide haben jahrzehntelange Erfahrung, beide sind wirtschaftlich solide. Unternehmen A arbeitet mit gewachsenen Strukturen: Excel-Listen, E-Mail-Fluten, Besichtigungen vor Ort, Entscheidungen nach Bauchgefühl. Unternehmen B sieht auf den ersten Blick ähnlich aus – nur dass im Hintergrund etwas Grundlegendes anders läuft. Daten fließen in Echtzeit, Mietinteressenten durchlaufen eine digitale Customer Journey, Objekte werden algorithmisch bewertet, Prozesse sind automatisiert. Während A noch organisiert, hat B längst begonnen zu orchestrieren.
Der Unterschied zwischen diesen beiden Unternehmen ist kein technologischer. Er ist kulturell. Unternehmen A digitalisiert punktuell – aus Effizienzgründen. Unternehmen B denkt sein Geschäftsmodell neu – aus Überzeugung. Genau hier trennt sich, was Steve Jobs als Anführer und Anhänger beschreibt.
Die Immobilienbranche war lange immun gegen Disruption. Lage, Kapital und Netzwerk galten als ausreichend stabile Erfolgsfaktoren. Doch diese Logik beginnt zu bröckeln. Plattformen greifen an der Kundenschnittstelle an, PropTechs lösen einzelne Wertschöpfungsstufen auf, Investoren fordern Transparenz und Geschwindigkeit. Plötzlich reicht es nicht mehr, gut zu verwalten. Man muss verstehen, wie Wert heute entsteht – und vor allem, wo er morgen entsteht.
Foto: