Die entscheidende Frage ist jedoch nicht, ob Bots eingesetzt werden können. Sondern wo sie echten Mehrwert schaffen – und wo sie mehr schaden als nützen.
Denn Automatisierung ist kein Selbstzweck. Sie ist ein Hebel. Und wie jeder Hebel wirkt sie nur dann positiv, wenn man ihn an der richtigen Stelle ansetzt.
Makler: Zwischen Leadmaschine und Vertrauensgeschäft
Im Maklergeschäft entstehen die meisten Routinekontakte ganz am Anfang der Customer Journey. Interessenten fragen nach Exposés, Besichtigungsterminen, Energiekennzahlen oder Preisdetails. Hier können Bots enorme Entlastung bringen.
Ein intelligenter Chatbot auf der Website beantwortet Standardfragen rund um die Uhr, qualifiziert Anfragen vor und erfasst strukturierte Daten. Statt unklarer E-Mails erhält das CRM vollständige Interessentenprofile. Terminvereinbarungen können automatisch mit dem Kalender abgeglichen werden. Selbst einfache Bonitätsvorabfragen lassen sich digital abbilden.
Der Vorteil liegt auf der Hand: Geschwindigkeit. Reaktionszeit wird in Sekunden gemessen, nicht in Bürozeiten. Gerade bei stark nachgefragten Objekten kann das über Conversion entscheiden.
Die Schwäche zeigt sich dort, wo Emotion beginnt. Immobilien sind keine Streaming-Abos. Käufer und Mieter suchen Sicherheit, Orientierung und Vertrauen. Wenn ein Bot komplexe Rückfragen nur mit Standardfloskeln beantwortet oder bei Sonderfällen aussteigt, entsteht Frust. Und Frust kostet Abschlüsse.
Bots funktionieren im Maklergeschäft deshalb hervorragend im Erstkontakt – aber selten im Verhandlungsgespräch.