iReport

Vom Rendering zur Realität: Warum interaktive 3D-Modelle die Neubauvermarktung neu definieren

Der digitale Vertrieb von Neubauprojekten erlebt gerade eine bemerkenswerte Verschiebung. Während auf Plattformen wie Meta Architekturrenderings massiv ausgespielt werden und visuelle Hochglanzbilder um Aufmerksamkeit buhlen, stellt sich für Immobilienprofis eine nüchterne Frage: Reicht reine Visualisierung heute noch aus, um anspruchsvolle Interessenten zu überzeugen?
ronald@ivalu.eu
Vom Rendering zur Realität: Warum interaktive 3D-Modelle die Neubauvermarktung neu definieren
© Ivalu

Mit dem Pilotprojekt von REALTIQ wird diese Frage klar beantwortet. Für 199 Euro pro Einheit erhalten Projektentwickler ein frei konfigurierbares 3D-Modell, das Interessenten weit mehr bietet als statische Perspektiven. Der Preis ist – gemessen am Leistungsumfang – tatsächlich überzeugend. Statt einzelner, vorproduzierter Bilder entsteht ein vollständig begehbares digitales Modell, das im First-Person-View-Modus aus jedem Winkel erkundet werden kann. Hinzu kommen realistische KI-Renderings, die dynamisch aus dem Modell generiert werden und so eine visuelle Qualität liefern, die mit klassischen Architekturbildern mithalten kann – jedoch ohne deren strukturelle Limitierungen.

Denn genau hier liegt das Problem herkömmlicher Renderings. In der Praxis werden Innenraumvisualisierungen meist anhand einer Musterwohnung erstellt. Jede einzelne Einheit separat zu rendern, wäre wirtschaftlich kaum darstellbar. Für die Vermarktung mag das zunächst genügen, doch aus Sicht eines Interessenten greift dieses Prinzip zu kurz. Wer sich konkret für Wohnung B interessiert, wird sich kaum damit zufriedengeben, wie attraktiv Wohnung A inszeniert wurde. Die Proportionen, Lichtverhältnisse und Raumwirkungen unterscheiden sich – und genau diese Unterschiede sind entscheidungsrelevant.

Während viele Anbieter ihre 360-Grad-Touren inzwischen als „digitale Zwillinge“ neu etikettieren, bleibt der Kern häufig derselbe: eine rein visuelle Präsentation. REALTIQ geht hier einen entscheidenden Schritt weiter. Die Interessenten interagieren aktiv mit der Immobilie. Sie konfigurieren ihre Wohnung selbst, bewegen sich frei im Raum und erleben das Objekt aus ihrer Perspektive. Das schafft nicht nur ein höheres Involvement, sondern auch eine stärkere emotionale Bindung an genau jene Einheit, die sie tatsächlich erwerben möchten.

Wichtig ist die klare Abgrenzung: Die Visualisierung von Sonderausstattungen für den Konfigurator ist im Basispreis nicht enthalten. Diese wird – abhängig von Umfang und Größe des Ausstattungskatalogs – separat kalkuliert. Dennoch bleibt das Preis-Leistungs-Verhältnis für das Kernprodukt bemerkenswert attraktiv, insbesondere wenn man bedenkt, dass hier keine isolierten Marketingbilder entstehen, sondern ein skalierbares, projektspezifisches Vertriebssystem.

Gerade in einem Marktumfeld, in dem Budgets genauer geprüft werden und Vertriebszyklen länger dauern, kann ein interaktives, individuell erlebbares 3D-Modell zum Differenzierungsfaktor werden. Es verschiebt den Fokus weg von der allgemeinen Projektästhetik hin zur konkreten Einheit – und damit genau dorthin, wo die Kaufentscheidung tatsächlich getroffen wird.

Für Immobilienfachleute bedeutet das: Wer heute nur schöne Bilder liefert, spielt im Wettbewerb um Aufmerksamkeit mit. Wer jedoch Interaktion ermöglicht, schafft echte Entscheidungsrelevanz.

Digitalisierung Visualisierung